Das Wort „klauben“

Eine Hand liest Erbsen vom Boden auf. Bild erstellt mit Mistral Le Chat Pro
Eine Hand liest Erbsen vom Boden auf. Bild erstellt mit Mistral Le Chat Pro

Bedeutung

  • langsam und mühsam einzelne Dinge oder Teile aufsammeln oder auflesen,
  • aussortieren,
  • auslesen,
  • vom Baum oder Strauch pflücken

Verwendung

  • Die Tüte riss und er musste die Erbsen vom Boden klauben.

  • Sie musste für das Brot jeden einzelnen Cent zusammenklauben.

  • Es war ein komplizierter Text mit vielen Fremdwörtern und so mussten sie sich die Bedeutung des Ganzen klauben.

Herkunft

  • von althochdeutsch (Frühmittelalter, ca. 8.–11. Jh.) „klūbōn“ = einzeln auflesen, pflücken
  • mittelhochdeutsch (Hochmittelalter, ca. 11.–14. Jh.) „klūben“, „klouben“ = einzeln auflesen, pflücken
  • frühneuhochdeutsch (Spätmittelalter, Frühe Neuzeit, ca. 14.–17. Jh.) „cluben“, „clauben“, „klauben“ = pflücken, auflesen, einzeln auswählen

Kommentar

Das schöne Wort „klauben“ stammt ursprünglich wohl aus dem landwirtschaftlichen Kontext (Früchte pflücken, Kartoffeln einzeln aus dem Boden ziehen), kann aber prima auch für übertragene Bedeutungen verwendet werden: Wer sich sein Wissen aus unterschiedlichen Bereichen oder Büchern zusammensuchen muss, der klaubt; wer aus dem Vielen das Einzelne heraussuchen und zusammenbringen muss, der klaubt. Usw.

Und für meine Rubrik „Wort der Woche“ klaube ich aus Wörterbüchern, Romanen, wortgewandt geschriebenen Texten meine Beispiele.

Übrigens kann das Wort „klauben“ auch mit einigen Präfixen gebraucht werden: abklauben, zusammenklauben, aufklauben, herausklauben …

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