aasig
… aus der Rubrik „Wörter – selten genutzt“

Reste einer toten Maus; Bild: Michael Schnell
Bedeutung
- faulig
- verwesend
- ekelig
- ekelerregend
- widerlich
- adverbiell, um etwas
- zu verstärken: sehr
Verwendung
- Aus der Wohnung des Toten kam der Kommissarin ein aasiger Geruch entgegen.
- Seine aasigen Abschiedsworte habe ich bis heute nicht vergessen.
- Am Morgen stürmte es aasig kalt.
- Er war faul und aasig.
Herkunft
Das Wort “aasig” ist die adjektivische Form des Substantivs „Aas“. Das gab es bereits im Frühmittelhochdeutschen (1050–1200) – mit der Bedeutung “Fleisch eines toten Körpers” oder “Köder”. Es hat auch eine gewisse Verwandtschaft mit dem Begriff “äsen” (wenn Wildtiere pflanzliche Nahrung fressen, äsen sie.)
Kommentar: Das Wort „aasig“ hat nichts mit den fürchterlichen, abwertenden Kürzeln „Asi“ oder „Assi“ (von „Asozialer“) zu tun. Gleichwohl ist die übertragende Bedeutung von „aasig“ auch nicht schmeichelhaft …
(Informationen aus: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache)

