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vonMichael Schnell/August 28, 2026/inWörter – selten genutzt

Bummelant

… aus der Rubrik „Wörter – selten genutzt“

Menschen flanieren durch die Einkaufsstraße; Bild: Michael Schnell

Menschen flanieren durch die Einkaufsstraße; Bild: Michael Schnell

Bedeutung

… meist negativ:

  • eine Person, die (ständig) trödelt,
  • ein Mensch, der immer zu spät kommt,
  • ein Müßiggänger, eine Müßiggängerin

… manchmal auch positiv:

  • eine Person, die gemütlich und ohne Ziel durch die Innenstadt oder durch das Dorf “bummelt”.

Verwendung

  • “Bummelanten und Arbeitsunlustige” wurden im Nationalsozialismus menschenverachtend Deserteure, Kriegsdienstverweigerer, Juden, Zwangsarbeiter aus Osteuropa u. a. genannt.
  • Später findet sich der Begriff abwertend für Personen, die (angeblich) nicht arbeiten wollen, die nicht pünktlich zur Arbeit oder zu anderen (Pflicht-)Terminen kommen, teilweise auch für Jugendliche, die mit anderen “ziellos abhängen”.
  • Hin und wieder erscheint der Bummelant eher positiv konnotiert: als Flanierender, als jemand, der sich die Zeit zum “Bummeln” nimmt, der sein Leben genießt.

Herkunft

  • Das Verb “bummeln” stammt wohl von “baumeln” ab: dem Baumeln der Kirchenglocke.
  • Im 18. Jahrhundert findet es sich im Niederdeutschen für das “Nichtstun” oder das “Schlendern”.
  • Im 19. Jahrhundert wird es auch schon positiv erwähnt: Das Bummeln sei ein “erholsamer Spaziergang”, ein “Stadt-, Schaufensterbummel”.

(Informationen aus: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache)

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