Bummelant
… aus der Rubrik „Wörter – selten genutzt“

Menschen flanieren durch die Einkaufsstraße; Bild: Michael Schnell
Bedeutung
… meist negativ:
- eine Person, die (ständig) trödelt,
- ein Mensch, der immer zu spät kommt,
- ein Müßiggänger, eine Müßiggängerin
… manchmal auch positiv:
- eine Person, die gemütlich und ohne Ziel durch die Innenstadt oder durch das Dorf “bummelt”.
Verwendung
- “Bummelanten und Arbeitsunlustige” wurden im Nationalsozialismus menschenverachtend Deserteure, Kriegsdienstverweigerer, Juden, Zwangsarbeiter aus Osteuropa u. a. genannt.
- Später findet sich der Begriff abwertend für Personen, die (angeblich) nicht arbeiten wollen, die nicht pünktlich zur Arbeit oder zu anderen (Pflicht-)Terminen kommen, teilweise auch für Jugendliche, die mit anderen “ziellos abhängen”.
- Hin und wieder erscheint der Bummelant eher positiv konnotiert: als Flanierender, als jemand, der sich die Zeit zum “Bummeln” nimmt, der sein Leben genießt.
Herkunft
- Das Verb “bummeln” stammt wohl von “baumeln” ab: dem Baumeln der Kirchenglocke.
- Im 18. Jahrhundert findet es sich im Niederdeutschen für das “Nichtstun” oder das “Schlendern”.
- Im 19. Jahrhundert wird es auch schon positiv erwähnt: Das Bummeln sei ein “erholsamer Spaziergang”, ein “Stadt-, Schaufensterbummel”.
(Informationen aus: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache)

